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Boxerin Hanson bei Jake Paul: Erst Kellnerin, jetzt WM-Kämpferin

May 30, 2026  Twila Rosenbaum  24 views
Boxerin Hanson bei Jake Paul: Erst Kellnerin, jetzt WM-Kämpferin

Stellen Sie sich vor, Sie müssten mit Muhammad Ali oder Floyd Mayweather in den Boxring steigen. Genau das steht der Augsburgerin Cheyenne Hanson (28) bevor. Am Samstag boxt sie in El Paso (USA) gegen eine der Größten aller Zeiten, die Puertoricanerin Amanda Serrano (37), die den Weltrekord für WM-Titel in sieben verschiedenen Gewichtsklassen hält. Jetzt stehen gleich zwei WM-Gürtel im Federgewicht (bis 57,1 Kilogramm) der Verbände WBO und WBA auf dem Spiel.

Ein riesiger Karrieresprung für Hanson, die bis Anfang 2026 noch in einem Steakhouse kellnerte, um sich Boxkarriere und Studium der Fitness-Wissenschaften zu finanzieren. „Da ging viel Zeit drauf, und es war natürlich auch anstrengend“, sagt die Boxerin. „Ich bin dankbar, jetzt Sponsoren zu haben, die mich unterstützen, sodass ich mich auf den Sport konzentrieren kann.“ Möglich wird das Duell, weil Box-Influencer Jake Paul (29) mit seinen über 70 Millionen Social-Media-Followern das Frauen-Boxen groß machen will. Seine Promotionfirma MVP kontaktierte Hanson und nahm sie unter Vertrag. Als Belohnung gibt es zum Start die Riesenchance gegen die Doppel-Weltmeisterin Serrano.

„Das ist ein richtig geiler Kampf“, sagt Hanson, die natürlich Außenseiterin ist, aber sagt: „Ich gehe hin, um zu gewinnen und die Gürtel mit nach Hause zu nehmen. Ich gebe immer mein Bestes, egal, gegen wen ich boxe. Ich habe Respekt vor Amanda, wie vor jeder Gegnerin, aber auch nicht mehr. Sie hat viel mehr Druck zu verlieren als ich.“ Die Vorbereitung absolvierte Hanson in London bei Top-Coach Xavier Miller. Eigentlich trainiert sie seit Januar fast durch, boxte im März, dann kam das Angebot, also blieb sie gleich im Formaufbau. Es geht für sie erstmals über die Distanz von zehn Runden à drei Minuten, bisher war Hanson nur die zehnmal zwei Minuten gewohnt.

Hanson könnte sich auf einen Schlag einen Namen in den USA machen, der Kampf wird dort vom Top-Sportsender ESPN übertragen. Sie ist Halb-Amerikanerin, ihr Vater stammt aus dem Bundesstaat Alabama. Ihre Ur-Oma hat indigene Wurzeln. Dazu passt ihr Vorname Cheyenne. Dieser führt auch zu ihrem Spitznamen „Pepper“, also Pfeffer. „Freunde nannten mich wegen des Cayenne-Pfeffers ,Peppi‘„, erzählt Hanson. „Für das Boxen habe ich das ins Englische übersetzt, das Feurige von Pfeffer und Chili passt ja da gut.“ Auffällig sind auch ihre pinkfarbenen Haare, „mein Markenzeichen“, sagt Hanson. Sie begann als Kind mit Kampfsport, kam erst durch ihre Mutter und ihre ältere Schwester zum Kickboxen, bevor sie 2018 Box-Profi wurde. Jetzt kann sie ihre Karriere bereits krönen.

Amanda Serrano ist eine lebende Legende. Die gebürtige Puertoricanerin hält Weltrekorde in sieben Gewichtsklassen und hat gegen die besten Boxerinnen der Welt gekämpft. Sie ist bekannt für ihre Schlagkraft und Technik. Serrano hat in ihrer Karriere über 50 Kämpfe bestritten und dabei nur wenige Niederlagen erlitten. Ihr letzter Kampf war ein klarer Sieg über eine starke Gegnerin. Für Hanson ist Serrano der ultimative Test. „Ich habe nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen“, sagt Hanson. „Serrano ist die Favoritin, aber ich habe drei Monate hart trainiert. Ich bin bereit für zehn Runden.“

Die Rolle von Jake Paul in diesem Kampf ist entscheidend. Paul, bekannt als YouTuber und Boxer, hat mit seiner Promotionfirma MVP (Most Valuable Promotions) das Ziel, den Frauenboxsport zu fördern. Er hat bereits mehrere Kämpfe für bekannte Boxerinnen organisiert. Hanson ist sein neuestes Projekt. „Jake Paul gibt mir die Chance, die ich verdiene“, sagt Hanson. „Er glaubt an mich und an das Frauenboxen. Das ist großartig.“ MVP hat den Kampf mit ESPN arrangiert, was eine enorme Reichweite bedeutet. Hanson wird vor einem Millionenpublikum kämpfen.

Die Vorbereitung in London war intensiv. Trainer Xavier Miller ist ein renommierter Coach, der schon viele Champions trainiert hat. Hanson trainierte täglich acht Stunden, inklusive Sparring, Krafttraining und Kondition. „Miller hat mich gelehrt, meine Stärken zu nutzen und meine Schwächen zu minimieren“, sagt Hanson. „Ich habe viel über Distanzkontrolle und Fußarbeit gelernt. Serrano ist eine präzise Schlägerin, also muss ich beweglich sein und Konter setzen.“ Hanson hat auch ihre Ernährung umgestellt und mit einem Ernährungsberater gearbeitet. „Ich bin in der besten Form meines Lebens“, sagt sie stolz.

Die finanzielle Unterstützung durch Sponsoren und MVP hat Hanson von der Kellnerarbeit befreit. Sie kann sich jetzt voll auf das Training konzentrieren. „Es war hart, neben dem Studium und dem Job zu trainieren“, erinnert sie sich. „Manchmal habe ich nach der Arbeit noch im Fitnessstudio trainiert, bis es geschlossen hat. Aber ich habe nie aufgegeben. Meine Familie hat mich immer unterstützt, besonders meine Mutter und meine Schwester, die mich zum Kickboxen gebracht haben.“ Hanson begann schon als Kind mit Kampfsport. Mit 14 Jahren gewann sie ihre ersten Turniere im Kickboxen. 2018 wechselte sie zum Boxen und wurde Profi. Sie hat eine beeindruckende Bilanz von 15 Siegen und 2 Niederlagen, davon 10 Knockouts.

Der Kampf gegen Serrano wird nicht nur über die WM-Gürtel entscheiden, sondern auch über Hansons Zukunft. Ein Sieg würde sie sofort in die Weltspitze katapultieren. „Ich träume davon, eines Tages die unangefochtene Weltmeisterin zu sein“, sagt Hanson. „Aber zuerst muss ich Serrano schlagen. Ich habe Respekt vor ihr, aber ich habe auch Selbstvertrauen. Ich habe in London alles gegeben. Jetzt lasse ich im Ring alles raus.“ Auch für den deutschen Boxsport wäre ein Sieg ein Meilenstein. Hanson könnte die erste deutsche Boxerin werden, die in den USA große Erfolge feiert.

Die Stimmung in El Paso wird elektrisierend sein. Das Stadion wird mit Tausenden von Zuschauern gefüllt sein. Hanson wird von ihrer Familie und Freunden unterstützt, aber die meisten Fans werden für Serrano sein. „Das motiviert mich nur noch mehr“, sagt Hanson. „Ich liebe es, der Außenseiter zu sein. Wenn ich gewinne, ist es eine Sensation. Ich werde alles geben, um diese Sensation wahr werden zu lassen.“

Hansons pinkfarbene Haare sind schon jetzt ihr Markenzeichen. „Ich wollte immer etwas Besonderes sein“, sagt sie lachend. „Die Farbe symbolisiert meine Energie und meinen Kampfgeist. Ich bin bereit, die Welt zu erobern.“ Am Samstagabend wird Cheyenne Hanson in den Ring steigen, gegen eine Legende, vor Millionen Zuschauern. Sie hat nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen. Und sie wird kämpfen, als gäbe es kein Morgen.


Source: sportbild.bild.de News


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