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Formel 1: Verstappen-Abschied? Jetzt können nur noch Audi und Ferrari helfen!

May 30, 2026  Twila Rosenbaum  21 views
Formel 1: Verstappen-Abschied? Jetzt können nur noch Audi und Ferrari helfen!

Max Verstappen hat die Formel 1 erneut in Aufregung versetzt. Der viermalige Weltmeister kündigte in Montreal an, dass sein Ausstieg aus der Königsklasse unmittelbar bevorsteht, wenn die geplante Änderung des Motorenreglements nicht schon zur Saison 2027 umgesetzt wird. Der Niederländer beklagt sich schon seit längerem über die aktuelle Energiesparformel, die aus seiner Sicht dem Rennsport den letzten Reiz nimmt.

„Das ganze Energie-Management ist ein Witz“, wetterte Verstappen nach dem Rennen in Kanada, wo er trotz eines verbesserten Autos und seinem ersten Podestplatz der Saison seiner Enttäuschung freien Lauf ließ. „Alles ist sehr schmerzhaft momentan. Wenn man mehr Gas gibt, hat man weniger Energie. Um auf den Geraden schneller zu sein, muss man langsamer durch die Kurven fahren. Das hat mit Rennfahren nicht mehr viel zu tun. Das ist einfach nur frustrierend.“

Die FIA hatte eigentlich schon eine Lösung parat. In der Woche vor Montreal gab der Automobil-Weltverband bekannt, dass alle Motorenhersteller und Teams grundsätzlich einer Verschiebung des Verhältnisses zwischen Verbrenner und Elektro-Antrieb von 50/50 auf 60/40 zustimmen. Diese Maßnahme würde den V6-Turbo mehr Power verleihen, was weniger Lift-and-Coast und weniger sogenanntes Superclipping bedeuten würde. Für die Piloten wäre das Fahrgefühl wieder natürlicher, insbesondere im Qualifying, wenn es auf die letzte Zehntelsekunde ankommt.

Doch der Teufel steckt im Detail. Die Umsetzung der 60/40-Regelung erfordert grundlegende Änderungen an den Motoren, insbesondere eine Erhöhung der Einspritzmenge. Dafür müssen die Motorenhersteller ihre Aggregate umbauen, was Zeit und Geld kostet. Und genau hier liegen die Fronten: Während Mercedes und Red Bull die Änderung bereits für 2027 befürworten, zeigen sich Ferrari und Audi noch zögerlich. Honda würde dem Schritt wahrscheinlich folgen, wenn die Mehrheit dafür ist, doch die sogenannte Super-Mehrheit von vier der sechs Motorenlieferanten ist noch nicht erreicht.

Der Schlüssel liegt bei Ferrari und Audi. Ferrari in Maranello steht der vorgezogenen Umsetzung skeptisch gegenüber. Die Ingenieure der Scuderia arbeiten derzeit mit Hochdruck an der ADUO-Nachrüstung ihres aktuellen Motors, um das Leistungsdefizit zu den Silberpfeilen noch in dieser Saison zu reduzieren. Sollte die 60/40-Regelung nun schon für das nächste Jahr kommen, befürchtet Ferrari, dass die Konkurrenz von Mercedes und Red Bull sofort mit der Anpassung beginnen kann, während man selbst weiterhin mit der ADUO-Nachrüstung beschäftigt wäre. Das könnte dazu führen, dass Ferrari bei der Verbrenner-Power erneut ins Hintertreffen gerät.

Audi hingegen, das als Werksteam mit eigenem Motorenwerk in Neuburg an der Donau erst 2026 in die Formel 1 einsteigen will, sieht sich mit noch größeren Herausforderungen konfrontiert. Der Neuling muss nicht nur einen komplett neuen Motor entwickeln, sondern auch die Produktionsprozesse erst noch etablieren. In Neuburg sind viele Abläufe noch nicht eingespielt, und fast alle Motorkomponenten werden von Zulieferern bezogen. Daher dauert die Entwicklung und Produktion von Antriebsteilen dort länger als bei der etablierten Konkurrenz. Eine grundlegende Überarbeitung des Motors bereits in der zweiten Saison wäre eine Mammutaufgabe, die Audi nach Informationen aus dem Umfeld des Teams zehn Millionen Euro zusätzlich kosten würde – selbst wenn der Platz im Motoren-Budget-Cap freigeräumt wird.

Audi plant daher, den eigenen Motor erst für 2028 grundlegend zu überarbeiten. Aus Gründen der Kosteneffizienz wäre es sinnvoll, die 60/40-Anpassung ebenfalls auf die übernächste Saison zu verschieben. Red Bull hält dagegen, dass alle Teams von einer schnellen Regeländerung profitieren würden. „Zum Wohle des Sports sind jetzt von allen Beteiligten Kompromisse gefragt“, erklärte Teamchef Laurent Mekies. „Die Zeit für eine Einigung drängt. Je länger die Diskussionen andauern, desto geringer sind die Chancen, dass es noch rechtzeitig für 2027 klappt.“

Max Verstappen selbst hat in der Vergangenheit immer wieder betont, dass er nicht ewig in der Formel 1 bleiben werde. Der 26-jährige Niederländer hat bereits mehrfach angedeutet, dass er sich auch andere Motorsport-Kategorien vorstellen könnte, etwa die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) oder sogar die Rallye-Weltmeisterschaft. Sein Vater Jos Verstappen, selbst ehemaliger Formel-1-Pilot, hat mehrfach betont, dass Max nicht aus finanziellen Gründen fahre, sondern aus purer Leidenschaft. Wenn die Formel 1 ihm diese Leidenschaft nicht mehr bieten könne, werde er gehen – das sei eine klare Ansage.

Die Geschichte der Formel-1-Motoren zeigt, dass technische Regeländerungen immer wieder zu heftigen Kontroversen geführt haben. Von den V8- und V10-Saugmotoren der 1990er und 2000er Jahre über die V6-Hybridmotoren ab 2014 bis hin zur aktuellen Energiesparformel haben sich die Fahrzeuge grundlegend gewandelt. Während einige Fahrer die technischen Herausforderungen der Hybrid-Ära begrüßten, wie Lewis Hamilton oder Fernando Alonso, hat sich Verstappen immer als Traditionalist gezeigt, der die rohe Kraft und das direkte Ansprechverhalten der Motoren früherer Tage vermisst.

Die aktuellen Diskussionen erinnern an die Jahre 2016/2017, als das Thema Motorenregeln ebenfalls auf der Tagesordnung stand. Damals drohte Red Bull sogar mit einem Ausstieg aus der Formel 1, wenn die Motoren nicht leistungsstärker und günstiger würden. Letztlich einigte man sich auf eine schrittweise Anhebung der Drehzahlen und eine Reduzierung der Hybridkomponenten. Doch die grundlegende Problematik blieb bestehen: Die Motoren sind extrem komplex und teuer, und die Balance zwischen Verbrenner und E-Maschine ist ein ständiger Zankapfel.

Für Verstappen geht es nicht nur um das Fahrgefühl, sondern auch um die Glaubwürdigkeit des Sports. „Die Formel 1 soll die Königsklasse des Motorsports sein, aber mit diesen Energiesparspielen kommt sie eher einer Spritspar-Meisterschaft gleich“, kritisierte der Niederländer bereits im vergangenen Jahr. In Montreal wurde er noch deutlicher: „Wenn es so bleibt wie jetzt, würde es bedeuten, dass es ein langes nächstes Jahr wird. Und das will ich nicht. Das wäre für mich einfach nicht machbar, wenn alles so bleibt.“

Die Uhr tickt. Bis zur entscheidenden Abstimmung der Motorenhersteller sind es nur noch wenige Wochen. Sollten Ferrari und Audi nicht umschwenken, droht der Superstar tatsächlich seinen Helm an den Nagel zu hängen. Die Formel 1 stünde dann vor einem Imageschaden ohnegleichen. Denn Verstappen ist nicht nur Titelverteidiger, sondern auch der größte Publikumsmagnet der Ära nach Michael Schumacher. Sein Abgang würde eine Lücke reißen, die so schnell nicht zu füllen wäre.

Die Rennserie selbst hat bereits reagiert. FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem betonte in einem Interview, dass man die Bedenken der Fahrer ernst nehme und an einer Lösung arbeite. „Wir wollen den Fahrern wieder das pure Racing ermöglichen, ohne dass sie ständig auf den Energiehaushalt achten müssen. Die 60/40-Lösung ist ein guter Schritt, aber wir müssen sicherstellen, dass sie für alle Hersteller machbar ist.“

Ob Max Verstappen diese Zusicherungen reichen, wird sich zeigen. Fest steht: Der Niederländer hat seine Drohung nicht zum ersten Mal ausgesprochen, und er ist nicht bekannt dafür, leere Versprechungen zu machen. Wenn die Formel 1 den Superstar nicht verlieren will, müssen die Verantwortlichen in Maranello und Neuburg umdenken. Andernfalls könnte es tatsächlich bald heißen: „Bye bye, Max!“

Die kommenden Wochen werden also entscheidend sein. Während Mercedes und Red Bull auf eine schnelle Einigung drängen, hoffen Ferrari und Audi auf mehr Zeit. Der Sport steht an einem Scheideweg: Entweder man findet einen Kompromiss, der Verstappen bei der Stange hält, oder man riskiert den Abschied einer Ikone. Die nächsten Verhandlungen werden zeigen, ob die Formel 1 bereit ist, für ihren größten Star Opfer zu bringen.


Source: auto motor und sport News


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