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Scarlett Johansson glaubt nicht an eine Work-Life-Balance

May 27, 2026  Twila Rosenbaum  5 views
Scarlett Johansson glaubt nicht an eine Work-Life-Balance

Scarlett Johansson (41) zählt zu den erfolgreichsten und bestbezahlten Schauspielerinnen Hollywoods – laut Forbes verdiente sie 2025 rund 36 Millionen Euro. Doch trotz dieses immensen Erfolgs ist ihr Leben weit entfernt von Perfektion. In einem Gespräch mit der US-Sendung CBS Sunday Morning gewährte die Marvel-Darstellerin tiefe Einblicke in ihren Alltag und gestand, dass sie nicht mehr an eine ausgewogene Work-Life-Balance glaubt.

„Ich denke, es tatsächlich zu akzeptieren, dass es keine Work-Life-Balance gibt, ist der erste Schritt, ihr ein Stück näherzukommen – weil sie schlichtweg nicht möglich ist. Es gibt immer irgendwo ein Defizit“, erklärte Johansson. Diese ehrliche Einschätzung kommt von einer Frau, die zwischen den Dreharbeiten zu Blockbustern wie Jurassic World Rebirth, der Führung ihrer eigenen Kosmetikmarke und der Betreuung ihrer beiden Kinder jongliert. Ihr Alltag gleicht einem Drahtseilakt, bei dem sie gelernt hat, nachsichtiger mit sich selbst zu sein.

Die 75-Prozent-Regel fürs Elternsein

Besonders bemerkenswert ist Johanssons Ansatz zur Mutterschaft. Sie verriet, dass ihr jemand einmal gesagt habe: „Wenn du zu 75 Prozent als Elternteil erfolgreich bist – wenn du 75 Prozent davon richtig machst, dann gewinnst du.“ Diese Regel hat sie verinnerlicht. „Das stimmt wahrscheinlich“, fügte sie hinzu. Damit stellt sie sich gegen den gesellschaftlichen Druck, eine perfekte Mutter sein zu müssen. Stattdessen plädiert sie für Realismus und Selbstmitgefühl.

Die Schauspielerin ist Mutter von zwei Kindern: Tochter Rose (ca. 10 Jahre) stammt aus ihrer früheren Beziehung mit dem französischen Journalisten Romain Dauriac, von dem sie sich 2017 trennte. Mit ihrem Ehemann, dem Comedian und Autor Colin Jost (43), hat sie den gemeinsamen Sohn Cosmo, der im August 2021 zur Welt kam. Seit Oktober 2020 sind Johansson und Jost verheiratet. Jost ist vor allem durch seine langjährige Tätigkeit bei der Late-Night-Show Saturday Night Live bekannt.

In einem weiteren Interview mit der New York Times offenbarte die Schauspielerin kürzlich, dass sie trotz ihrer beeindruckenden Filmografie nie für ihre absolute Traumrolle gecastet wurde. Welche Rolle das ist, ließ sie offen, doch die Aussage zeigt, dass auch Superstars mit unerfüllten Wünschen kämpfen. Johansson hat in ihrer Karriere in über 50 Filmen mitgespielt, darunter Meisterwerke wie Lost in Translation, Her und natürlich das Marvel Cinematic Universe als Black Widow. Sie ist eine der wenigen Schauspielerinnen, die sowohl auf der Liste der bestbezahlten als auch der meistgelobten Künstlerinnen steht.

Der Druck der modernen Arbeitswelt

Ihre Aussagen zur Work-Life-Balance treffen einen Nerv der Zeit. Immer mehr Menschen – insbesondere Frauen – fühlen sich zerrissen zwischen Karriere, Familie, Partnerschaft und persönlicher Entwicklung. Studien zeigen, dass das Gefühl, nie genug zu sein, vor allem bei Müttern im Berufsleben weit verbreitet ist. Die Erwartungen sind hoch: Erfolg im Job, perfekte Kindererziehung, eine glückliche Ehe und dazu ein gepflegtes Äußeres. Johansson selbst baut mit ihrer Beautymarke „The Outset“ ein weiteres Standbein auf, das ebenfalls Zeit und Energie fordert.

„Ich bin keine Zauberin“, sagte sie einmal. „Ich kann nicht überall gleichzeitig sein. Aber ich habe gelernt, dass es okay ist, Prioritäten zu setzen und auch mal etwas fallen zu lassen.“ Diese Haltung könnte als Vorbild für viele dienen, die im Hamsterrad der Selbstoptimierung gefangen sind. Denn die Forderung nach einer perfekten Work-Life-Balance setzt oft zusätzlich unter Druck – weil sie suggeriert, dass man dieses Ideal nur erreichen müsse, wenn man es richtig anstellt.

Die 75-Prozent-Regel, die Johansson für sich adaptiert hat, erinnert an das Konzept des „Good Enough“ – einem Ansatz aus der Psychologie, der besagt, dass Perfektionismus ungesund ist und oft zu Burnout führt. Indem man sich erlaubt, nicht perfekt zu sein, gewinnt man innere Freiheit. „Wenn ich 75 Prozent meiner Aufgaben als Mutter, Ehefrau und Schauspielerin gut mache, bin ich zufrieden. Der Rest darf auch mal liegen bleiben“, erklärt sie.

Ein Blick auf ihre Karriere

Scarlett Johansson begann ihre Schauspielkarriere bereits als Kind. Geboren am 22. November 1984 in New York City, stand sie schon mit neun Jahren vor der Kamera. Der Durchbruch gelang ihr 2003 mit dem Film Lost in Translation, für den sie einen BAFTA Award gewann und für einen Golden Globe nominiert wurde. Es folgten anspruchsvolle Rollen in Filmen wie Ghost World, Match Point (unter der Regie von Woody Allen) und The Girl with the Pearl Earring. Mit dem Marvel Cinematic Universe katapultierte sie sich in die oberste Liga Hollywoods – ihre Darstellung der Natasha Romanoff alias Black Widow machte sie weltberühmt.

Neben der Schauspielerei engagiert sich Johansson politisch und sozial. Sie unterstützt Organisationen wie Oxfam und Plan International und setzt sich für Frauenrechte und Gleichstellung ein. Ihr eigenes Unternehmen, die Hautpflegemarke The Outset, die sie 2022 mitgründete, steht für Nachhaltigkeit und Minimalismus – Werte, die sie auch privat vertritt. Auch wenn sie täglich zwischen Kindergartenterminen und Pressekonferenzen pendelt, scheint sie ihre Rollen mit Bravour zu meistern.

Familie als Anker

Der private Rückhalt spielt eine große Rolle. Ihr Mann Colin Jost ist nicht nur ein erfolgreicher Comedian, sondern auch ein engagierter Vater. „Er ist mein Fels“, verriet Johansson in einem früheren Interview. „Ohne ihn würde ich wahrscheinlich durchdrehen.“ Die beiden teilen sich die Erziehung der Kinder und versuchen, trotz der vielen Termine Zeit für gemeinsame Momente zu finden. Urlaube verbringen sie oft zurückgezogen – abseits des Rummels in Hollywood.

Die 75-Prozent-Regel könnte auch in anderen Bereichen ihres Lebens Anwendung finden. Bei den Dreharbeiten zu Jurassic World Rebirth, die 2025 stattfanden, pausierte sie für mehrere Monate. Danach tauchte sie sofort wieder in die Promotion ein – eine Phase, in der sie weniger Zeit für ihre Familie hatte. „Ich habe meinen Kindern erklärt, dass Mama jetzt viel arbeitet, aber danach haben wir wieder mehr Zeit. Und es ist okay, wenn dann nicht jeden Tag das Abendessen perfekt ist“, sagte sie lächelnd.

Die Ehrlichkeit, mit der Johansson über ihre Defizite spricht, ist erfrischend. In einer Branche, die oft von makellosen Bildern und glattgebügelten PR-Statements lebt, zeigt sie Verletzlichkeit. Das macht sie für viele Fans noch sympathischer. In den sozialen Medien diskutieren Userinnen und User kontrovers über ihre Aussage: Während einige die 75-Prozent-Regel als realistisch und befreiend loben, kritisieren andere, dass man sich nicht mit weniger zufrieden geben sollte. „Nee, das ist auf Dauer zu wenig“, kommentierte ein Nutzer. Die Mehrheit jedoch stimmt zu: Perfektion sei ein Mythos.

Die Diskussion um Work-Life-Balance

Scarlett Johansson ist nicht die erste prominente Stimme, die die Work-Life-Balance infrage stellt. Bereits Elon Musk, Sheryl Sandberg und andere Führungspersönlichkeiten haben betont, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben in Spitzenpositionen kaum zu erreichen sei. Der Psychologe Adam Grant argumentiert, dass der Begriff selbst irreführend sei, da er eine Trennung suggeriere, die in der Realität nicht existiere. Vielmehr gehe es um Work-Life-Integration – das Verschmelzen von Beruf und Privatem.

Für Mütter in der Filmindustrie ist die Situation besonders herausfordernd. Lange Drehtage, Reisen und unregelmäßige Arbeitszeiten lassen sich schwer mit den Bedürfnissen kleiner Kinder vereinbaren. Johansson hat sich daher bewusst dafür entschieden, ihre Projekte so zu planen, dass sie immer wieder Pausen für die Familie einlegen kann. Ihr Ehemann Colin Jost unterstützt sie dabei, indem er ebenfalls flexible Arbeitszeiten hat – seine Tätigkeit bei SNL ist vor allem am Wochenende gefragt, sodass sie die Betreuung gut aufteilen können.

Die Diskussion um die 75-Prozent-Regel hat auch eine gesellschaftliche Dimension. In vielen Ländern, insbesondere in westlichen Industrienationen, steigt der Druck auf Eltern, immer mehr zu leisten. Die Erwartungen an Mütter sind dabei oft höher als an Väter. Indem Johansson öffentlich einräumt, dass sie nicht alles schaffen kann, bricht sie ein Tabu. Sie zeigt, dass auch Prominente mit den gleichen alltäglichen Sorgen kämpfen wie Normalsterbliche – nur unter dem grellen Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit.

Ihre Botschaft könnte daher weit über die Unterhaltungsbranche hinaus wirken. In Zeiten von Social Media, in denen jedes Familienfoto wie aus dem Bilderbuch wirkt, erinnert Johansson daran, dass Perfektion eine Illusion ist. Die 75 Prozent, die sie für sich anstrebt, sind vielleicht sogar mehr, als viele andere erreichen – aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, die eigenen Grenzen zu akzeptieren und sich davon nicht entmutigen zu lassen.

Letztendlich zeigt das Beispiel Scarlett Johansson, dass Erfolg nicht perfekt sein muss. Es geht darum, das Beste aus den gegebenen Umständen zu machen, Prioritäten zu setzen und sich selbst zu vergeben, wenn etwas nicht klappt. Ihre 75-Prozent-Regel könnte zu einem neuen Mantra für alle werden, die sich im Spagat zwischen Karriere und Familie abmühen. Vielleicht ist es genau das, was die moderne Arbeitswelt braucht: weniger Druck, mehr Realismus – und die Erkenntnis, dass es in Ordnung ist, nicht perfekt zu sein.


Source: Promiflash.de News


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