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Tipps für den Feierabend: Weltraum, Wirtschaftsreformen und das Comeback der Prada-Teufel

May 23, 2026  Twila Rosenbaum  9 views
Tipps für den Feierabend: Weltraum, Wirtschaftsreformen und das Comeback der Prada-Teufel

Für den Feierabend hat die Redaktion des manager magazins wieder eine Auswahl an Filmen, Podcasts und Büchern mit Wirtschaftsfokus zusammengestellt. Von der Rückkehr der Modezarinnen über Reformvorschläge für Deutschland bis hin zur Zukunft der Raumfahrt – die Empfehlungen bieten Denkanstöße und Unterhaltung zugleich.

Was zum Schauen: Der Teufel trägt Prada 2

Knapp 20 Jahre nach dem Original ist die Fortsetzung des Modeklassikers in den Kinos angelaufen. Erneut geht es um Macht, Status und den Wandel der Medienbranche. Die Handlung spielt in der Gegenwart, in der die traditionsreiche Moderedaktion der Zeitschrift „Runway“ ums Überleben kämpft. Die legendäre Miranda Priestley, gespielt von Meryl Streep, sieht sich mit den Herausforderungen des digitalen Zeitalters und der Konkurrenz durch Tech-Milliardäre konfrontiert.

Der Film zeigt auf satirische Weise, wie die alte Garde gegen die neuen Spielregeln des Marktes ankämpft. Jeff Bezos und Lauren Sánchez werden als karikierte Figuren eingewoben, die für die Machtverhältnisse im modernen Kapitalismus stehen. Anne Hathaway kehrt als Andy Sachs zurück, die nun als erfahrene Journalistin vermitteln muss. Die Dialoge sind scharf, die Kostüme opulent, und der Film verhandelt tiefergehende Themen wie Relevanzverlust, KI-Angst und die Fragilität von Luxusmarken.

Die Rezeption fällt gemischt aus: Einerseits loben Kritiker die selbstironische Distanz und die pointierte Gesellschaftskritik, andererseits wird das märchenhafte Ende als zu glatt und realitätsfern bewertet. Dennoch ist der Film ein sehenswertes Zeitdokument, das die aktuellen Debatten um Medienwandel und Statusängste aufgreift. Der Film läuft derzeit in den deutschen Kinos.

Was zum Hören: Beyond The Obvious (BTO)

Daniel Stelter, langjähriger Senior Partner bei der Boston Consulting Group und unabhängiger Volkswirt, gehört zu den profiliertesten Wirtschaftskommentatoren Deutschlands. In seinem Podcast „Beyond The Obvious“ diskutiert er seit über 380 Folgen mit Experten über wirtschaftliche und technologische Fragestellungen. Die Themen reichen von Benchmarking und Eurobonds bis zu den Systemkosten der Energiewende. Der Ton ist sachlich, aber dringlich – Stelter warnt vor den Folgen einer verfehlten Wirtschaftspolitik.

Sein neuestes Buch „Absturz. So retten wir Deutschland“ ergänzt den Podcast mit konkreten Reformvorschlägen. Stelter plädiert für eine Rückbesinnung auf Wettbewerbsfähigkeit, weniger Bürokratie und mehr Innovationskraft. Dabei bleibt er stets konstruktiv, auch wenn die Analysen schonungslos die Versäumnisse der letzten Jahre offenlegen. Der Podcast eignet sich besonders für Hörer, die wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen möchten, ohne in akademische Tiefen abzutauchen. Jede Folge dauert etwa 45 Minuten und ist kostenlos abrufbar.

Stelters Karriere begann bei der Deutschen Bundesbank, später wechselte er zur Unternehmensberatung. Seine Expertise in Makroökonomie und seine internationale Erfahrung machen ihn zu einem gefragten Interviewpartner. Der Podcast erreicht ein breites Publikum aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft und wird regelmäßig in Leitmedien zitiert.

Was zum Lesen: Weltraumkapitalismus

Während SpaceX mit seinem Mega-IPO für Schlagzeilen sorgt, beleuchtet der Publizist und Unternehmer Rainer Zitelmann die Entwicklung der Raumfahrt aus wirtschaftshistorischer Perspektive. In seinem Buch „Weltraumkapitalismus“ argumentiert er, dass die großen Erfolge im All vor allem privaten Initiativen zu verdanken sind. Anders als die staatlich gelenkte NASA, die nach der Mondlandung 1969 ihren Fokus verlor und in den 2010er Jahren sogar auf russische Sojus-Kapseln angewiesen war, treiben heute Unternehmen wie SpaceX, Blue Origin oder Virgin Galactic das Geschäft voran.

Zitelmann zeichnet die Geschichte der Raumfahrt von den Anfängen bis zur Gegenwart nach und stellt die Frage, ob eine missionorientierte Staatswirtschaft, wie sie die Ökonomin Mariana Mazzucato propagiert, wirklich der richtige Weg ist. Er zeigt anhand zahlreicher Beispiele, dass staatliche Programme oft ineffizient und bürokratisch sind, während private Unternehmer schneller und innovativer agieren. Das Buch ist eine pointierte Streitschrift gegen eine Rückkehr zu staatlichen Alleingängen in der Technologiepolitik.

Besonders spannend sind die Porträts der neuen Raumfahrtpioniere: Elon Musk, Jeff Bezos und Richard Branson werden als risikofreudige Visionäre porträtiert, die nicht nur aus Profitinteresse handeln, sondern auch von einem missionarischen Eifer beseelt sind. Zitelmanns Analyse beschränkt sich nicht auf die USA, sondern wirft auch einen Blick auf die europäische Raumfahrt und die Herausforderungen für Deutschland. Das Buch schließt mit einem Plädoyer für mehr Wettbewerb und weniger staatliche Lenkung – ein Beitrag zur aktuellen Debatte um Innovationspolitik und die Rolle des Staates in der Wirtschaft.

Zitelmann, der selbst als Historiker und Unternehmer tätig ist, versteht es, komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge anschaulich darzustellen. Der Verlag Langen-Müller hat das Buch als Paperback mit 336 Seiten herausgebracht. Es ist für 22 Euro im Handel erhältlich.

Die drei Medientipps bieten einen guten Überblick über aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen – mal unterhaltsam, mal analytisch, immer anregend. Ob im Kino, über die Kopfhörer oder auf dem Nachttisch: Diese Werke liefern Stoff für Diskussionen und regen zum Nachdenken an.


Source: Manager Magazin News


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